Urlaub in Vrsar

Vrsar – Urlaub am Limfjord


Das istrische Städtchen Vrsar befindet sich zwischen Porec und Rovinj, malerisch gelegen am Eingang des Limfjordes. Die Anreise kann mit dem Auto recht unkompliziert erfolgen, denn Vrsar liegt direkt an der Hauptstraße zwischen Porec und Pula. In diese beiden Orte sowie nach Rovinj gibt es außerdem regelmäßige Busverbindungen.


Der Name Vrsar geht auf ursprüngliche Bezeichnungen wie Ursaria, Ursarium, Vrsarium und Orsaria zurück und bezeichnete eigentlich einen ganzen Küstenabschnitt zwischen Funtana und dem Limfjord. Vermutlich leitet er sich von Wort „ur“ für „Quelle“ ab, denn die Seeleute holten in dieser Gegend ihr Trinkwasser aus Quellen.


Geschichte des Ortes


Die Geschichte des Ortes geht bis in die Jungsteinzeit zurück. In einer in der Nähe gelegenen Grotte weisen Spuren sogar bis ins Paläolithikum zurück. Die istrische Urbevölkerung unterlag um etwa 180 v. Chr. den Römern, und fortan war Vrsar ein Handelszentrum, vor allem für Vieh und sonstige landwirtschaftliche Produkte.


In späterer Zeit unterlag Vrsar wechselnden Herrschaftsverhältnissen, bis ins letzte Jahrhundert hinein. Es unterstand in seiner wechselvollen Geschichte gotischer, oströmischer, slawischer, langobardischer, fränkischer, venezianischer, österreichischer, französischer und italienischer Herrschaft, bis Istrien nach dem Zweiten Weltkrieg an die jugoslawische Teilrepublik Kroatien fiel.


In den 90er Jahren schließlich erklärte Kroatien seine Unabhängigkeit. Außerdem unterstand Vrsar fast 800 Jahre lang dem Bistum Porec und diente den dortigen Bischöfen als Sommerresidenz.


Das heutige Stadtbild entstand relativ spät, erst im 19. Jahrhundert. Damals entstanden auch Siedlungsflächen außerhalb der Stadtmauern, und der Hafen wurde angelegt. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit hatte der Hafenbereich als Saline und Salzmagazin für das Bistum von Porec gedient.


Von der Sommerresidenz zum Zentrum der FKK


Der moderne Fremdenverkehr setzte in Vrsar etwa zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein. Doch schon viel früher hatten einige Menschen erkannt, wie gut dieser Ort sich für Erholungssuchende eignete. Die Bischöfe von Porec nutzten das Städtchen über viele Jahrhunderte als Sommerresidenz. 1961 schließlich wurde ein Campingplatz eröffnet, für den Vrsar heute noch – vor allem unter Naturisten - sehr berühmt ist.


Das FKK Camp Koversada ist nahe der gleichnamigen Insel etwas südlich von Vrsar gelegen. Noch heute ist es der größte FKK-Campingplatz in Europa, allerdings sind im Laufe der Zeit auch Appartementanlagen hinzu gekommen.


Zahlreiche weitere Campingplätze bieten etwa 20.000 Urlaubern Platz. Dazu kommt eine große Zahl an Hotels, Ferienwohnungen und weiteren Ferienunterkünften in und um Vrsar.


Strandvergnügen pur


Rund um Vrsar gibt es zahlreiche Strände von sehr guter Qualität, die mit der Blauen Flagge ausgezeichnet wurden. Nur wenige Minuten Fußweg vom Stadtzentrum Vrsars entfernt und gleich in der Nähe der Feriensiedlung Petalon liegt der Plaza A/C Porto Sole. Dabei handelt es sich um einen Felsstrand, der neben betonierten Liegeflächen auch kleine Kieselstrandbuchten aufweist.


Ein umfangreiches Sport- und Freizeitangebot direkt vor Ort lässt hier keine Langeweile aufkommen. Der Plaza A/C Koversada gehört zum gleichnamigen Campingplatz und hat ebenfalls die Blaue Flagge erhalten. Er liegt auf einer kleinen Halbinsel südlich vom Ortskern Vrsars, nahe dem Limfjord, und auch hierbei handelt es sich um einen flachen Felsstrand mit Kiesbuchten und betonierten Liegeflächen. Als Alternative für Naturisten bietet sich auch der FKK-Abschnitt des Plaza A/C Zelena Laguna an.


Nördlich in Richtung Funtana liegen die ebenfalls ausgezeichneten Strände Plaza A/C Istra, der wunderbar windgeschützt ist, und der Plaza A/C Valkanela. Auch hier wechseln sich Kiesstrand und Beton ab.


Weitere mit der Blauen Flagge ausgezeichnete Strände in der Umgebung sind der Plaza A/C Bijela Uvala und der Plaza Hotela Delfin, beide jeweils flache Felsstrände mit Badeplateaus.


Rundgang durch Vrsar


Die Ortschaft ist in zwei Bereiche aufgeteilt: einmal in einen Uferbereich, in dem sich zu großen Teilen das moderne touristische Leben abspielt. Auf einem Hügel liegt die malerische Altstadt, mit engen Kopfsteinpflaster-Gassen und dem Platz Trg Degrassi als zentralem Punkt. Dort scheint es manchmal, als wäre die Zeit stehen geblieben; alles wirkt wie vor 100 Jahren.


In der Altstadt von Vrsar steht die für die Gegend vergleichsweise modernen Pfarrkirche Sveta Martin. Mit dem Bau wurde im 19. Jahrhundert begonnen, aber es folgten lange Unterbrechungen. Die Fertigstellung erfolgte kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1935. Eine Besteigung ihres Glockenturms ist ein Muss für jeden Besucher. Als höchster Punkt bietet er einen grandiosen Ausblick über die ganze Region. Bei gutem Wetter reicht die Sicht bis nach Porec.


Gleich nebenan befindet sich der Palazzo Edbesorsa, die frühere Sommerresidenz der Bischöfe von Porec. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie immer wieder erweitert. Diese Maßnahmen dienten zu einem großen Teil auch dem Schutz gegen Aufstände der umliegenden Bevölkerung, die die Bischöfe als verschwenderisch und dekadent ansah. Die hohen Mauern, die errichtet wurden, und die Schießtürme brachten ihr schließlich die Bezeichnung „Kastell“ ein. Einige der mauern sind bis heute erhalten. Seit der Renovierung vor einigen Jahren befinden sich Eigentumswohnungen im Palazzo.


Die Kirche Sveta Foska wurde in der Renaissance errichtet, enthält aber auch schon einige barocke Elemente. Neben der Kirche Sveta Foska, an der landeinwärts gelegenen Ostseite der Altstadt, befindet sich das Haupttor der alten mittelalterlichen Stadtbefestigung. Eine Steinplatte zeigt ein Relief, das den Löwen des Heiligen Markus abbildet, das Symbol der Republik Venedig, und weist damit auf die Zeit hin, als Vrsar unter venezianischem Einfluss stand.


Das kleine Stadttor aus romanischer Zeit ist sehr gut erhalten geblieben, selbst der Torflügel, aus istrischem Eichenholz hergestellt, existiert nach wie vor. Auch hier findet sich ein Relief mit dem Löwen des Heiligen Markus, das vermutlich vom selben Künstler geschaffen wurde. Außerdem sind neben dem kleinen Stadttor zwei Kanonenkugeln eingemauert, die vermutlich von den Angriffen der Engländer unter napoleonischer Besatzung stammen.


Im Hafenbereich ist mit der Basilika Sveti Marije od Mora, der Heiligen Maria von der See, eine weitere Kirche zu finden, deren Ursprünge bereits in romanischer Zeit liegen, die aber im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut wurde. Ein großer Teil der Kunstgegenstände, die sich früher in der Basilika befunden hatten, ist heute leider nicht mehr vorhanden. In unmittelbarer Umgebung sind noch wenige Überreste, darunter die erst im 17. Jahrhundert errichtete Fassade, eines mittelalterlichen Klosters vorhanden.


Der außerhalb gelegene Skulpturenpark ist dem zeitgenössischen Künstler Dusan Dzamonja, der hier auch sein Sommeratelier hat, zu verdanken. Diese sind – wie sollte es bei einem nahe gelegenen Marmorsteinbruch anders sein – aus Marmor gefertigt. Bei freiem Eintritt ist die Ausstellung in den Sommermonaten an den meisten Tagen ab 9 Uhr morgens geöffnet.


Im Steinbruch Montraker findet jedes Jahr im Spätsommer die Internationale Bildhauerschule statt. Hier lassen sich die Studenten live bei der Erschaffung ihrer Werke beobachten.


Freizeitgestaltung


Zahlreiche Radwege laden dazu ein, die Umgebung von Vrsar mit dem Fahrrad auf eigene Faust zu erkunden, beispielsweise entlang des Lim-Kanals oder durch den Wald Kontija. Fahrräder können beispielsweise auf den Campingplätzen, aber auch gleich am Hafen ausgeliehen werden. Viele Campingplätze und Ferienanlagen bieten die Möglichkeit für typische Ferienssportarten wie Tennis, aber auch Fußball-, Volleyball-, Handball- und Basketballplätze. Dazu kommen Boccia, Tischtennis, Minigolfanlagen und vieles mehr.


Vrsar besitzt einen kleinen Flugplatz, vom dem aus Touristen zu den beliebten Rundflügen starten oder auch ihrem Hobby Fallschirmspringen nachgehen können. In Vrsar selbst gibt es eine Tauchbasis, und auch in anderen Tourismuszentren in der näheren Umgebung, wie etwa in Novigrad, gibt es viele sehr reizvolle Tauchgebiete. Für die Wasserratten unter den Besuchern haben viele Campingplätze und Ferienanlagen aber noch mehr zu bieten. So lassen sich Motorboote, Segelboote, Ruderboote oder Tretboote genauso ausleihen wie Surfbretter oder Jet-Ski. Auch Wasserski ist möglich.


Feste und Veranstaltungen in Vrsar


Mehrmals im Sommer findet in Vrsar das Fischerfest mit viel Folklore und natürlich frisch gefangenen Spezialitäten aus dem Meer statt. Der ganze Ort versammelt sich dazu im Lungomare, im Herzen der Stadt. Dazu kommen zahlreiche weitere kulturelle Veranstaltungen, die Vrsar zu einem Ort des Feierns machen. Das wilde Nachtleben allerdings spielt sich ansonsten eher innerhalb der Hotelanlagen ab. Selbstverständlich laden auch zahlreiche Restaurants dazu ein, einen gemütlichen Abend zu verbringen.


Die Kirchen sind häufig Schauplätze von Konzerten, meist mit klassischer Musik. Ebenfalls mehrmals pro Saison wird der Koversada-Tag gefeiert. Dabei geht es weniger traditionell zu. Regelmäßig endet dieser Tag mit der Wahl zur Miss Koversada. Außerhalb der Urlaubssaison, am Martinstag im November, liegt das Fest zu Ehren des Heiligen Martin, dem Schutzpatron der örtlichen Pfarrkirche.




Bilder aus Vrsar



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